Janica Kostelić -Die Schneekönigin vom Sljeme

Janica Kostelić -Die Schneekönigin vom Sljeme

Der Bärenberg Medvednica - ein Gebirgszug nördlich von Zagreb, in dessen Natur man sich leicht verliebt. Wegen der Nähe zur Großstadt und der vielen Aktivitätsmöglichkeiten ist dieses Gebirge ein beliebter Ausflugsort und ein Wochenend-Skigebiet der Zagreber Bevölkerung. Außer zahlreichen Sagen über Feen und Waldmenschen, die das Leben in den dichten Wäldern genossen, hält das Medvednica-Gebirge auch eine der schönsten kroatischen Sportgeschichten bereit, nämlich die über Janica Kostelić.

 

Die Geschichte über die erfolgreichste Skirennläuferin in der Geschichte der Olympischen Winterspiele beginnt, als Janica drei Jahre alt war. Sie sah nicht wie jemand aus, der die internationale Ski-Szene beherrschen wird. Als sie zum ersten Mal auf den Skiern stand, war ihr kalt, sie stürzte immer wieder und stand anderen Kindern im Weg, und ihre Mutter Marica glaubte, sie werde das Skifahren nie lernen. Doch der zweite Versuch einige Jahre später war schon erfolgreicher. Janica begann zu trainieren, und ihr Vater Ante hatte große Pläne für sie und ihren Bruder Ivica. In einem Land ohne große Skitradition träumte er von der Eroberung der Welt. Da die finanziellen Mittel fehlten, musste man anders zurechtkommen. Sie schliefen im Auto oder in Zelten und ernährten sich mit Zwiebeln, Speck und Knoblauch, um den ganzen Tag in der Kälte überstehen zu können. Und sie trainierten. Von frühmorgens bis spät in die Nacht. Dabei hatten sie nur einen Gedanken im Kopf: Aufgeben kommt nicht in Frage.

 

Der erste Hinweis auf Janicas große Karriere kam bei den Skisportveranstaltungen für Kinder, Topolino und Pinocchio, wo sie in 22 Rennen ebenso viel Mal siegte. Eine Skisensation bahnte sich an. Bei den Olympischen Spielen von 1998 in Nagano war sie die jüngste alpine Skirennläuferin, und 1999 holte sie sich den ersten Sieg in einem Ski-Weltcuprennen. Das Skipublikum kam aus dem Staunen nicht heraus. Eine Sportlerin aus einem Land, in dem der Skisport praktisch nicht existierte, besiegte internationale Supermächte wie Österreich, die Schweiz oder Italien. Janica war eine geborene Siegerin. Den schweren Stürzen und Verletzungen zum Trotz kam die kroatische Skirennläuferin immer wieder zurück und war noch stärker, noch entschlossener, noch besser. Und dann war Salt Lake City an der Reihe. Der kroatische Skifahrertraum wurde in Amerika wahr. Vier Medaillen bei einen Olympischen Spielen. Die Skirennläuferin mit den Zöpfen und dem ansteckenden Lachen, deren Fahrten zwischen den Stangen wie Poesie wirkten, schrieb Sportgeschichte. Janicas Olympische Winterspiele von 2002 waren Skilauf-Perfektion. Und eine weitere Bestätigung der Botschaft: Es gibt kein Aufgeben.

Janica Kostelić
ARHIVA HRVATSKI SKIJAŠKI SAVEZ

Die Liste der vielen Rekorde, Erfolge und Auszeichnungen wäre noch länger, wenn es Janicas gesundheitliche Probleme nicht gegeben hätte, doch im Jahr 2006 wurde sie mit noch einer Geschichte zur Legende. Bei dem auf ihrem Hausberg Sljeme ausgetragenen Ski-Weltcuprennen „Snježna Kraljica“ („Schneekönigin“) absolvierte sie den zweiten Lauf ohne Stock und Handschuh. Andere Skirennläufer hätten in diesem Moment aufgegeben, aber nicht Janica. Jeder Schlag auf den harten Slalomstab schmerzte wie ein Messerstich, doch Aufgeben stand einfach nicht in Janicas Wörterbuch. Die Schneekönigin vom Sljeme fuhr im März des Jahres 2006 ihr letztes Skirennen. Sie trat mit Stil zurück, als Gewinnerin des Gesamtweltcups - der Großen Kristallkugel.

PERSÖNLICHER STECKBRIEF

 

Geboren am 5. Januar 1982 in Zagreb

 

Sportliche Karriere

 

Die erfolgreichste Skirennläuferin in der Geschichte der Olympischen Winterspiele mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen: Salt Lake City, 2002: 1. Platz (Slalom), 1. Platz (Riesenslalom), 1. Platz (Kombination), 2. Platz (Super-G); Torino, 2006: 1. Platz (Kombination), 2. Platz (Super-G)

 

Die einzige Skirennläuferin mit drei Goldmedaillen bei einen Olympischen Spielen (2002)

 

Dreimal Gesamtweltcupsiegerin 2000/01, 2002/03 und 2005/06

 

Dreimal Gewinnerin der Kleinen Kristallkugel im Slalom

 

30 Einzel-Weltcupsiege, davon 20 im Slalom, 6 in der Kombination, 2 im Riesenslalom, 1 im Super-G und 1 in der Abfahrt

 

55 Podiumsplatzierungen bei Weltcuprennen 

 

109 „Top 10“ Platzierungen bei Weltcuprennen

 

Dritte Skirennläuferin in der Geschichte mit Siegen in allen Disziplinen

 

Dritte Skirennläuferin in der Geschichte mit Siegen in allen Disziplinen innerhalb einer Saison

 

Fünf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften: St. Moritz, 2003: 1. Platz (Slalom), 1. Platz (Kombination); Santa Caterina, 2005: 1. Platz (Abfahrt), 1. Platz (Slalom), 1. Platz (Kombination)

 

Preise und Auszeichnungen

 

Weltsportlerin des Jahres – Laureus-Auszeichnung 2006
Sechsmal Beste Sportlerin Kroatiens 
Staatspreis für Sport „Franjo Bučar“ 2001
Achtmal Beste Sportlerin laut Wahl der Sportzeitung „Sportske Novosti“

 

Bekannte Worte:

 

„Wenn ich krank bin, fahre ich immer am besten Ski. Ich verlange mir viel mehr ab, und das scheint sehr gut zu funktionieren.“


„Es ist schön, zu den Menschen zu gehören, deren Rekorde erst noch übertroffen werden müssen.“