Der Peruća-See: eine Ruheoase, in der sich Ruderchampions vorbereiten

Der Peruća-See: eine Ruheoase, in der sich Ruderchampions vorbereiten

In den Karst-Irrgärten des dalmatinischen Hinterlands, wo der mächtige smaragdgrüne Fluss Cetina dahinbraust, als gäbe es kein Morgen, liegt ein verborgener Ort, in dem die Symphonie der Natur zu hören ist. Der See Peruća ist ein unentdecktes Juwel Kroatiens, das zu den zwanzig schönsten Seen Europas gewählt wurde. Man kommt hierher, um die frische Luft, die Stille und Ruhe zu genießen, viele neue Radwege zu entdecken und im warmen Wasser zu baden. Doch außer durch Freude an der Natur ist Peruća auch als ein Ort bekannt, wo kroatische Rudermedaillen geschaffen wurden. Die vielen Ruderschläge auf der ruhigen Oberfläche des Sees haben den Brüdern Sinković und Damir Martin zahlreiche Trophäen bei den größten Regatten der Welt, wie auch bei Welt - und Europameisterschaften und bei den Olympischen Spielen beschert.

Sinkovic Peruca
Marjan Radović/ Red Bull Content Pool

Die Brüder Sinković aus Zagreb sind nach Wahl des Internationalen Ruderverbands das beste Herrenteam im Jahr 2019. Im Laufe ihrer Karriere haben sie zwei Olympiamedaillen, acht Weltmeisterschaftsmedaillen und fünf Europameisterschaftsmedaillen in verschiedenen Klassen errungen. Von den insgesamt fünfzehn errungenen Medaillen ist ihnen Gold besonders ans Herz gewachsen, das sie sich zehn Mal geholt haben. Martin und Valent Sinković verliebten sich als Teenager in diesen herrlichen und anstrengenden Sport, und Medaillen bei großen Wettkämpfen gewannen sie bereits als Junioren. Valent gewann im Jahr 2006 Silber bei den Weltmeisterschaften, und ein Jahr später holte sich Martin die Bronzemedaille. Ab dem Jahr 2009 bildeten sie zusammen mit Damir Martin und David Šain den gerne als „CRO Express” bezeichneten Doppelvierer, der ihnen unter anderem Silber bei den Olympischen Spielen 2012 in London und zwei Weltmeisterschafts-Goldmedaillen brachte.

Sinkovic Peruca
Tomislav Može/Red Bull Content Pool

Im Jahr 2014 entschlossen die Brüder Sinković, die Disziplin zu wechseln, doch die Siegergewohnheiten blieben gleich. Im Doppelzweier gewannen sie sofort WM-Gold und waren die ersten Ruderer, die die zwei Kilometer lange Strecke in weniger als sechs Minuten zurückgelegt hatten. Im Zeitraum von 2014 bis 2016 verwandelte sich die Disziplin Doppelzweier praktisch in eine Privatklasse der Brüder Sinković. Gold bei den Weltmeisterschaften 2015, Gold bei den Europameisterschaften und Olympischen Spielen 2016 – und nach diesen Erfolgen entschlossen die Brüder Sinković zum dritten Mal, auf eine neue Disziplin umzusteigen. Der Zweier ohne Steuermann im rot-weißen Schachbrettmuster reihte wieder Erfolge aneinander und schrieb Geschichte im internationalen Rudersport. Momentan liegen sie bei fünf Medaillen (zweimal Gold und Silber bei den Weltmeisterschaften und zweimal Gold bei den Europameisterschaften).

 

Das dritte Teammitglied des Doppelvierers aus London setzte im Einer seine glänzende Karriere ebenfalls fort. Damir Martin aus Vukovar holte sich Gold und Silber bei Weltmeisterschaften und war auch noch der Hauptdarsteller in einem der spannendsten „Ruderthriller“ aller Zeiten. Bei den Olympischen Spielen in Rio ging er im Finalrennen zeitgleich mit dem Neuseeländer Mahé Drysdale durchs Ziel. Den Sieger bestimmte schließlich die Zielfoto-Kamera: dem kroatischen Ruderer war das Gold um winzige fünf Tausendstel einer Sekunde entgangen.

 

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